OECD-Studie zum Stand der öffentlichen Rechnungslegung in Europa

Auf der März-Sitzung des IPSAS-Boards wurden die Ergebnisse einer 2016 durchgeführten Befragung zum Stand der periodengerechten Rechnungslegung vorgestellt. Diese Befragung war eine Gemeinschaftsaktion von OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), IFAC (International Federation of Accountants) und der Initiative „Accountability. Now“. Die Auswertung informiert - länderübergreifend wie auch nach einzelnen Ländern ausgeschlüsselt -  über folgende Bereiche:

  • Etwas mehr als ein Viertel der 35 OECD-Mitgliedsländer führen die jährliche Haushaltsplanung auf doppischer Basis durch, wenn auch nicht nach einheitlichen Definitionen
  • Etwa dreiviertel der Staaten setzen Formen der Doppik in der rückblickenden, jährlichen Rechnungslegung ein. Dabei ist die direkte Übernahme von Accounting-Standards wie IFRS oder IPSAS jedoch selten.  In den Bilanzen werden Informationen zu Aktiva in großem Ausmaß bereitgestellt, bei den Passiva fehlen jedoch in etlichen Ländern Angaben zu wichtigen Bilanzpositionen Public-Private-Partnerships (PPP) oder Pensionsrückstellungen. Auch konsolidieren nur etwa 15% der Mitgliedsländer staatliche Unternehmen und verschiedene Staatsebenen im Stil einer „Konzernbilanz“.
  • Die meisten Länder haben die jeweils geplanten nationalen Reformen im Großen und Ganzen abgeschlossen. Dabei wurden in der Regel Transparenzziele erreicht, nicht jedoch unbedingt auch Wirkungs- und Lenkungsziele: beispielsweise nutzen nur wenige Länder den doppisch ermittelten Aufwand auch zur Performancemessung. Ziel ist daher nun regelmäßig, die Rechnungslegungsberichte nutzerfreundlicher zu gestalten, um ihnen so eine größere Wirkung zukommen zu lassen.

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