Kommunaler Gesamtabschluss

Ausgehend vom Grundsatz der Einheitlichkeit der Verwaltung bietet der Gesamtabschluss Möglichkeiten der Herstellung von Gesamtverantwortung für die Konzernführung. Durch die Ergänzung um eine Segmentberichterstattung wäre auch die Implementierung von strategischen Zielen und die gesamtkommunale Berücksichtigung, unabhängig von der Organisationsform, innerhalb eines Politikfeldes möglich. 

Wie bei allen anderen Schwerpunktthemen fällt auf, dass auch hier eine nicht sachlich begründbare Begriffsvielfalt, aber auch inhaltliche Unterschiede vorhanden sind, die nicht hingenommen werden sollten. 

Erhebliche Schwierigkeiten liegen in den langen Fristen begründet, die eine zeitnahe Betrachtung eines Gesamtabschlusses verhindern und daraus zwingend resultierende kurzfristige Steuerungsmaßnahmen unmöglich machen.

Empfehlung

  1. Gesamtabschluss und Berichterstattung zur Konsolidierung sollten analog zu den Regelungen zu den Kernhaushalten mit einer kommunalen Strategieentwicklung verknüpft werden.    
  2. Die Begrifflichkeiten, die im Hinblick auf die Regelungen zum Gesamtabschluss zur Anwendung kommen, sollten länderübergreifend vereinheitlicht werden.
  3. Die Befreiungstatbestände sollten länderübergreifend möglichst einheitlich, zumindest nach übereinstimmenden Kriterien, geregelt werden.    
  4. Die rechtlich vorgegebenen Erstellungs- und Feststellungszeitpunkte sollten länderübergreifend vereinheitlicht werden. Die Fristen zur Erstellung des Gesamtabschlüsse muss deutlich verkürzt werden, um eine zeitnahe Berichterstattung und daraus resultierende Steuerungsmaßnahmen kurzfristige ergreifen zu können.    
  5. Die Berichterstattung zum Gesamtabschluss sollte perspektivisch analog einer Segmentberichterstattung erweitert werden. Erst dadurch wird es möglich, zur Erreichung strategischer und operative Ziele bei allen kommunalen Aufgaben unabhängig von der Organisationsform zu berichten.

Dokumente

Wissenschaftliche Stellungnahme zu den haushaltsrechtlichen Regelungen des kommunalen Gesamtabschlusses, Prof. Dr. Jürgen Gornas, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg

Download
PDF, 89 KB

Die Schweiz hat in den letzten 20 Jahren auf allen staatlichen Ebenen das doppische Rechnungswesen eingeführt. Politik und Verwaltung sind kostenbewusster geworden und Ausgaben- und Schuldenbremsen verhindern die Verschiebung von Lasten auf künftige Generationen.

Prof. Dr. Ernst Buschor

Das neue doppische Haushalts- und Rechnungswesen ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer wirksamen Verwaltungssteuerung. Deshalb kommt seiner zielgerechten Ausgestaltung eine entscheidende Bedeutung zu.

Prof. Dr. Jürgen Gornas

Eine verbesserte Steuerung ist das Hauptziel des neuen Haushalts- und Rechnungswesens der Kommunen. Zweifelsfragen bei der Erstellung von Eröffnungsbilanzen und Jahresabschlüssen sollten deshalb nicht "technisch" gelöst werden. Vorrangig ist zu fragen, mit welcher Bilanzierungsalternative (im Rahmen des gesetzlich Zulässigen) die Steuerung am besten unterstützt werden kann.

Prof. Dr. Martin Richter

Privatwirtschaftliche Unternehmen verschiedenster Wirtschaftszweige können und müssen im Wesentlichen mit einem einheitlich geregelten externen Rechnungswesen auskommen. Vor diesem Hintergrund ist die sich entwickelnde Vielfalt an unterschiedlichen Regelungen im kommunalen Haushalts- und Rechnungswesen weder verständlich noch notwendig. Diese Uneinheitlichkeit erschwert erheblich den interkommunalen Erfahrungsaustausch und den interkommunalen Leistungsvergleich.

Prof. Dr. Andreas Lasar

Dietenheim stellt Haushaltsführung auf Doppik um

24.07.2018
Im Zuge der Umstellung von der Kameralistik auf die Doppik müsse eine Erfassung und eine Bewertung des kompletten Vermögens der Stadt durchgeführt werden. Dies sei unabdingbar, um eine Eröffnungsbilanz erstellen zu können, so der Kämmerer. Weitere Infos finden Sie hier.
Mehr

Aulendorf stellt auf Doppik um

16.07.2018
Wofür sich andere Städte und Gemeinden rund drei Jahre Zeit genommen haben, muss die Aulendorfer Stadtverwaltung in der Hälfte der Zeit bewältigen: die Umstellung auf ein neues kommunales Haushalts- und Rechnungswesen. Das betrifft nicht nur die Kämmerei, sondern alle Bereiche der Verwaltung. Den offiziellen Startschuss dazu hat der Gemeinderat mit einem einstimmigen Beschluss am Montag gegeb...
Mehr

OECD-Studie zum Stand der öffentlichen Rechnungslegung in Europa

23.08.2017
Auf der März-Sitzung des IPSAS-Boards wurden die Ergebnisse einer 2016 durchgeführten Befragung zum Stand der periodengerechten Rechnungslegung vorgestellt. Diese Befragung war eine Gemeinschaftsaktion von OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), IFAC (International Federation of Accountants) und der Initiative „Accountability. Now“. Die Auswertung informiert - lände...
Mehr
Aktuelle Veranstaltungen der KGSt

 26. - 27. November in Dortmund - Seminar Präsentieren von Controlling Daten 

 In der Regel sind in der Verwaltung zahlreiche Informationen aus dem Controlling grundsätzlich vorhanden. Die steuerungsrelevanten Daten werden aber nicht immer in dem Maße genutzt, wie es aus Sicht der Daten sammelnden Stellen wünschenswert wäre. Ein möglicher Grund dafür ist, dass das Controlling häufig als Zahlenfriedhof wahrgenommen wird. Die Daten werden eher zur Kenntnis genommen und nicht als Basis für zukunftsorientierte Entscheidungen genutzt.

Den steuerungsunterstützenden Stellen muss es gelingen, mehr Aufmerksamkeit mit dem Controlling zu erzeugen. Es gilt, relevante Controlling-Daten aus den Gesamtdaten herauszufiltern und adressatengerecht aufzubereiten. Dabei können Zahlen, Daten und Fakten über einen klugen Aufbau, interessante Inhalte und visuelle Anreize (z.B. mit Infografiken) das kommunale Berichtswesen sowie Präsentationen von und mit Controlling-Daten interessanter machen. Informationen dazu finden Sie hier.

18. - 22. November in Bonn - Seminar Controlling compact!

Der Lehrgang "Controlling compact" hat den Aufbau einer grundlegenden Methodenkompetenz zum Ziel. Die Wissensvermittlung erfolgt im Rahmen eines Planspiels (Kommune Eulenschlößchen). Über 5 Lehrgangstage hinweg werden zwei Gruppen (operativ und strategisch)ein kommunales Controlling-Konzept für die Beispielkommune aufbauen. Dabei werden bewährte Instrumente wie die Budgetierung, die Kosten- und Leistungsrechnung und der Aufbau eines Berichtswesens berücksichtigt. Ebenso angewendet und vermittelt werden Kenntnisse des Risikomanagements und des Risikocontrollings. Hier geht es zur Anmeldung.

Ansprechpartner

Bertelsmann Stiftung