Fragen und Antworten

Hat die Mehrheit der Kommunen auf die Doppik umgestellt?

Die Mehrheit der  deutschen Städte und Kommunen hat seit dem IMK-Beschluss auf die Doppik umgestellt. Die Heterogenität in den landesrechtlichen Regelungen hemmt allerdings den interkommunalen Vergleich.

Was waren die Hauptprobleme bei der Reform?

Laut einer Studie des Deutschen Städtetages aus 2010 ist der hohe Umstellungsaufwand eines der häufigsten Probleme in der Umsetzung.  Auffällig sind zeitliche Verzögerungen bei Aufstellung, Prüfung und Feststellung der Eröffnungsbilanzen und der Jahresabschlüsse. 

Was sind Kritikpunkte und Schwachstellen?

Hinsichtlich der Ziel- und Kennzahlensteuerung  besteht Nachholbedarf. Dieses Instrument wird, obwohl im Gemeindehaushaltsrecht verankert, nur bedingt genutzt. Die Doppik ist nicht ein Garant für eine verbesserte politische Steuerung. Nicht alle Instrumente werden als hilfreich gesehen und akzeptiert. Insbesondere ist die Haushaltskonsolidierung nicht ausreichend mit der Doppik verbunden.

Was kommt als nächstes?

Nachdem die Reform auf kommunaler Ebene zum größten Teil vollendet wurde, rückt nun die Harmonisierung des Rechnungswesens in Europa für den öffentlichen Sektor in den Mittelpunkt. Mit europäischen Rechnungslegungsstandards - kurz EPSAS - soll das Rechnungswesen der Mitgliedsstaaten reformiert werden. Als Basis kommen die IPSAS in Betracht. Damit ständen die deutschen Kommunen vor einem erneuten Reformprozess. Der Umstellungsaufwand ist erheblich, der Nutzen nicht ausweisbar.

Die Schweiz hat in den letzten 20 Jahren auf allen staatlichen Ebenen das doppische Rechnungswesen eingeführt. Politik und Verwaltung sind kostenbewusster geworden und Ausgaben- und Schuldenbremsen verhindern die Verschiebung von Lasten auf künftige Generationen.

Prof. Dr. Ernst Buschor

Das neue doppische Haushalts- und Rechnungswesen ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer wirksamen Verwaltungssteuerung. Deshalb kommt seiner zielgerechten Ausgestaltung eine entscheidende Bedeutung zu.

Prof. Dr. Jürgen Gornas

Eine verbesserte Steuerung ist das Hauptziel des neuen Haushalts- und Rechnungswesens der Kommunen. Zweifelsfragen bei der Erstellung von Eröffnungsbilanzen und Jahresabschlüssen sollten deshalb nicht "technisch" gelöst werden. Vorrangig ist zu fragen, mit welcher Bilanzierungsalternative (im Rahmen des gesetzlich Zulässigen) die Steuerung am besten unterstützt werden kann.

Prof. Dr. Martin Richter

Privatwirtschaftliche Unternehmen verschiedenster Wirtschaftszweige können und müssen im Wesentlichen mit einem einheitlich geregelten externen Rechnungswesen auskommen. Vor diesem Hintergrund ist die sich entwickelnde Vielfalt an unterschiedlichen Regelungen im kommunalen Haushalts- und Rechnungswesen weder verständlich noch notwendig. Diese Uneinheitlichkeit erschwert erheblich den interkommunalen Erfahrungsaustausch und den interkommunalen Leistungsvergleich.

Prof. Dr. Andreas Lasar

Dietenheim stellt Haushaltsführung auf Doppik um

24.07.2018
Im Zuge der Umstellung von der Kameralistik auf die Doppik müsse eine Erfassung und eine Bewertung des kompletten Vermögens der Stadt durchgeführt werden. Dies sei unabdingbar, um eine Eröffnungsbilanz erstellen zu können, so der Kämmerer. Weitere Infos finden Sie hier.
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Aulendorf stellt auf Doppik um

16.07.2018
Wofür sich andere Städte und Gemeinden rund drei Jahre Zeit genommen haben, muss die Aulendorfer Stadtverwaltung in der Hälfte der Zeit bewältigen: die Umstellung auf ein neues kommunales Haushalts- und Rechnungswesen. Das betrifft nicht nur die Kämmerei, sondern alle Bereiche der Verwaltung. Den offiziellen Startschuss dazu hat der Gemeinderat mit einem einstimmigen Beschluss am Montag gegeb...
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OECD-Studie zum Stand der öffentlichen Rechnungslegung in Europa

23.08.2017
Auf der März-Sitzung des IPSAS-Boards wurden die Ergebnisse einer 2016 durchgeführten Befragung zum Stand der periodengerechten Rechnungslegung vorgestellt. Diese Befragung war eine Gemeinschaftsaktion von OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), IFAC (International Federation of Accountants) und der Initiative „Accountability. Now“. Die Auswertung informiert - lände...
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